v. l. : Ghalia El Boustami, Domenique Mougel

Vielfalt bedeutet Stärke! Ghalia El Boustami zu Gast im Biogarten Lindenhof

Die Vielfalt liegt ihnen am Herzen! Da sind sich die Bundestagskandidatin von
BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Ghalia El Boustami und Domenique Mougel, einer der drei
Gemüsegärtner des Bioland-Betriebes Lindenhof einig. Ob in der Natur oder in der
Gesellschaft – die Vielfalt bedeutet Stärke! !
Auf ihrer Radtour durch das Wahlgebiet kommt Ghalia El Boustami auch im
Gemüsegarten des Lindenhofes in Apelnstedt vorbei: „Hier also kommt das Obst und
Gemüse her, das ich jede Woche auf dem Markt in Wolfenbüttel einkaufe. Das ist ja ein
richtiges kleines Paradies!“ staunt sie. Der Rundgang beginnt bei den Salat- und
Bohnenbeeten. Es steht eine naturnahe, ökologische Produktionsweise im Vordergrund.
So werden keine Spritzmittel eingesetzt, die Bodenfruchtbarkeit wird mit Stallmist,
Gründüngung und einer weiten Fruchtfolge erhalten. „Der Boden ist unser Gold“, sagt der
Biogärtner und nimmt ein wenig Erde in die Hand: dunkel ist sie und von leicht körniger
Konsistenz – trotz der vielen Regenfälle. Wenn die Abwehrkräfte von Boden und Pflanzen
natürlich gestärkt werden, entsteht ein gesunder Kreislauf, in dem ein Grundpfeiler den
anderen stützt. Ein fruchtbarer und lebendiger Boden, der auch Lebensraum für Käfer und
Insekten darstellt, ist die Basis dafür. Die Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit
gehört daher zu den wichtigsten Aufgaben der Biogärtner vom Lindenhof. Von der
sorgfältigen Bodenbearbeitung mit einer geeigneten Sortenwahl und Fruchtfolge
profitieren die angebauten Pflanzen. Leguminosen, auch Hülsenfrüchtler genannt, werden
in die Fruchtfolge integriert und sorgen dafür, dass auf künstlichen Stickstoff-Dünger
verzichtet werden kann. Dank dieses Kreislaufsystems kann sich der fruchtbare Boden auf
nachhaltigem Wege selbst erhalten. „Da bodenbildende Prozesse nur sehr langsam
ablaufen, muss mit der Ressource Boden besonders verantwortungsvoll umgegangen
werden“, erklärt Domenique.
Weiter geht es zu den Gewächshäusern. Die kräftigen Orangetöne der Kürbisse leuchten
uns entgegen, Tomatenpflanzen winden sich mannshoch und tragen üppig rote Früchte in
verschiedensten Formen und Größen, auch Paprika wächst hier. Neben den
Gewächshäusern ein Erdbeerbeet: „Die Erdbeeren sind für uns ein Versuch, eine
französische Sorte“, so Mougel „wir haben mehrere solcher Spielbeete, wie wir es nennen.
Dort experimentieren wir, zum Beispiel mit Gemüsesorten, aber auch mit
Anbaumethoden“. Wie entwickeln sich beispielsweise Paprika im Freilandbeet, was
passiert, wenn Bohnen nicht gestützt werden? Fragen, auf die die Gärtner des Lindenhofs
im praktischen Experiment Antworten suchen. „Das macht die Arbeit hier so einzigartig, wir
zahlen uns relativ niedrige Löhne aus, dafür hat jeder Mitarbeiter ein hohes Maß an
Freiheiten. Wenn jemand was ausprobieren möchte, dann hat er die Freiheit das zu tun“,
so Mougel. Auch die Artischocken, die in ihrer bizarren Schönheit beeindrucken, sind aus
solch einem Experiment hervorgegangen. „Wir haben erstaunlich viel geerntet und nun
festgestellt, dass auch die Artischockenblüten gern zu Dekorationszwecken gekauft
werden“.
Daneben ein üppig blühendes buntes Beet, umschwirrt von Insekten. „Neben der
Produktion liegt uns der Naturschutz sehr am Herzen: von Anfang an wurden Feldhecken
rund um unsere Felder gepflanzt. Durch den Schutz von Feldrainen und die langjährige
ökologische Bewirtschaftung finden sich auf und um unsere Felder Brut- und Nistplätze für
Vögel und Insekten und allerhand selten gewordene Ackerbeikräuter. Seit einiger Zeit
werden Wildkräuter als Beigabe für Salate immer attraktiver“, so der Gärtner, „deshalb
haben wir jetzt vermehrt Flächen für Wildkräuter angelegt“.
Am Ende unseres gut zweistündigen Rundgangs noch eine Kostprobe der Experimente:
Wasser- und Zuckermelonen! Na ob das in unserer Region schmeckt? Zur Überraschung
von Ghalia El Boustami ist die Zuckermelone von delikater Süße und die Wassermelone
schmeckt ungewohnt vollmundig – das Experiment ist geglückt! „Tag für Tag zeigen die
Menschen auf dem Lindehof, dass sich eine Landwirtschaft, die mit der Natur und nicht
gegen sie arbeitet, für alle lohnt. Der Bedarf nach Bioprodukten in Deutschland ist
übrigens viel größer, als produziert werden kann. Für eine bessere Unterstützung von Bio-
Landbau, für mehr Beratung bei umstellungswilligen Landwirten will ich mich einsetzen“,
so die Bundestagskandidatin der Grünen.

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