Die Kandidaten von Bündnis90/Die Grünen bei ihrem Besuch in der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (von links): Matthias Liborius, Michael Kohl, Maren Battenberg, Holger Barkhau, Pieter K.G. Welge (Landtagskandidat), Christiane Wagner-Judith, Ghalia El Boustami (Bundestagskandidatin), Rüdiger Becker (Direktor), Christian Könnemann (Bürgervertretung). Foto: Die Grünen

Besuch im Dorf Neuerkerode

„Das Dorf Neuerkerode ist ein Schatz in Niedersachsen“ – diese Überzeugung vertrat Rüdiger Becker, der Direktor der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, bei einem Informationsbesuch der Kandidaten von Bündnis90/Die Grünen für die anstehenden Wahlen zum Bundes- und Landtag, Ghalia El Boustami und Pieter K.G. Welge.
An der Begehung nahmen auch Angehörige der Bürgervertretung, Mitarbeiter, Vertreter der Grünen aus Kreistag, Samtgemeinderat und den Gemeinderäten teil. Schwerpunkte des Besuchs stellten die Geschichte Neuerkerodes, die konzeptionellen Ansätze und ihre Umsetzung, die Verwirklichung der Ziele von Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sowie die Förderung umweltbewusster Mobilität dar. Zur Geschichte gehört auch der Umgang mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Vergangenheit, in dem Bewohner von Neuerkerode in Konzentrationslager verschleppt und bei medizinischen Experimenten getötet wurden. Daran erinnert ein Denkmal, das zusammen mit den jetzigen Bewohnern künstlerisch erarbeitet wurde.

Ghalia El Boustami zeigte sich beeindruckt von der Vielfältigkeit der an den Bedürfnissen der Bewohner orientierten Arbeit Neuerkerodes. „Der Mensch selbst soll entscheiden, wie er am besten leben möchte“, zeigte sie sich überzeugt. Für den einen sei es attraktiv, allein oder mit anderen in der Stadt oder im Dorf zu leben, zu lernen und zu arbeiten. Ein anderer fühle sich wohler, wenn sich der Lebensmittelpunkt in Orten wie Neuerkerode befindet, der für ihn überschaubar ist und eine Infrastruktur mit vielen Erfahrungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bereithält. „Die Umsetzung der Inklusion darf nicht den Interessen der Betroffenen zuwider laufen“, pflichtete Pieter K.G. Welge bei. Durch Begegnungen und Gespräche mit Bewohnern des Dorfes Neuerkerode festigte sich bei den Besuchern von Bündnis 90/Die Grünen der Eindruck, dass in Neuerkerode den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner nach Möglichkeit entgegengekommen wird und sie in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und gefördert werden. „Wir möchten unsere Bewohner im Rahmen ihrer Möglichkeiten in ihrer Eigenständigkeit stärken. Dazu gehört auch die Mobilität“, betonte Direktor Rüdiger Becker.

Ein besonders berührender Moment in Neuerkerode. Auf dem Dorfplatz steht ein Denkmal, das an die Ermordung von Bewohnern in der NS-Zeit erinnert. „Euthanasie“ hieß das grausame Geschehen damals. Es wurde in einem künstlerischen Prozess vom Künstler Magnus Kleine-Tebbe zusammen mit Dorfbewohnern erarbeitet. Helene Heinemann verlor ihre beiden Kinder Günter und Wolfgang im Rahmen von grausamen NS-medizinischen Experimenten. „Wenn ich auf dem Sockel sitze“, so Bürgervertreterin Ines Bachmann, die am künstlerischen Prozess teilnahm, „fühle ich mich geborgen und denke an Frau Heinemann, eine Mutter, die ihre Kinder verlor. Ich fühle mich mit ihr verbunden“. Übrigens: Neuerkerode ist NPD-und AFD-freie-Zone. Da ist Leiter Rüdiger Becker kompromisslos.

Die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen waren sich einig darüber, dass die Bewohner selbstständig und trockenen Fußes vom Dorf Neuerkerode zum Einkaufen oder für Besuche nach Sickte gelangen können sollen. Dafür erhielten sie die Zustimmung von Christian Könnemann als Angehörigen der Bürgervertretung, die den Antrag der grünen Ratsfraktion zum benutzergerechten Ausbau des Fuß- und Radweges zwischen Neuerkerode und Sickte unterstützt.

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